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Hausbau im Winter - damals verboten, heute selbstverständlich?

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  • Hausbau im Winter - damals verboten, heute selbstverständlich?

    Ich lasse meine Gedanken einfach mal frei heraussprudeln, freue mich über den ein oder anderen Kommentar dazu - vielleicht entsteht ja ein schöner informativer Thread draus.
    Folgendes:

    Ich bin wohnhaft im ursächsischen Leipzig - zu DDR-Zeiten mausearm, jetzt der große Aufschwung - auch im Bausektor sichtbar.
    Bis vor drei Jahren war der östliche Teil nur den bettelarmen Studenten, Hartz 4-Empfängern sowie Migranten vorbehalten, der erlebt jetzt einen regelrechten Bauboom.
    Fast jede Bauruine wurde entkernt, renoviert und wieder vorzeigbar gemacht um sie anschliessend für teuer Geld an die reichere Klientel, die es trotzdem gern multikulti alternativ mag, zu vermieten.
    Auch jetzt, kurz vor Frosteinbruch, wird noch fleißig gebaut.
    Man muss hier hinzufügen dass es bis zum Jahre 1886 in Leipzig baupolizeilich verboten war im Winter zu bauen.
    Als Laie diesbezüglich stellt sich mir die grundsätzliche Frage was gegen den Bau eines Hauses im Winter spricht und was dafür - immerhin kann man dies ja mittlerweile an jeder Ecke beobachten.
    Mit welchen Gründen kam die große Wende, bei der man sich schliesslich dazu entschied auch in kälteren Monaten zu arbeiten?


    Es grüßt,
    Frank
    Heute ist der Tag um glücklich zu sein! Gestern: Schon vorbei. Morgen: Kommt erst noch.

  • #2
    Ein echter Sachse! Morschne!!

    So nach und nach werden doch alle größeren Städte der neuen Bundesländer baulich aufgewertet durch Renovierung von Altbauten, Bau neuer Objekte etc pp.
    klar waren die vor einigen Jahren noch völlig unattraktiv für Anleger, niemand wollte in den grauen Osten ziehen, wo Armut und Kriminalität an der Tagesordnung waren.
    Die fuchsigen Anleger haben zu genau jener Zeit zugeschlagen und sich für einen Spottpreis Objekte gesichert, um dann zur richtigen Zeit zu renovieren und teuer zu vermieten.
    Ganz normaler Prozess in jeder Stadt, am Anfang nutzen die Studenten und Wenigverdiener den Umstand aus dass die Wohnungen in für den Markt uninteressanten Stadtgebieten liegen, das heißt niedrige Mieten und nach 5-10 Jahren müssen sie weg weil die Anleger kommen.
    In Leipzig fällt das natürlich besonders auf da ein massiver Zuzug in den letzten 4 Jahren zu verzeichnen ist.

    Dazu auch nochmal zwei interessante Artikel in Bezugnahme auf Leipzig, beide aus der taz:

    http://www.taz.de/!5368403/

    http://www.taz.de/!5360747/


    Heutzutage ist es so dass man sogar teilweise noch 2 Wochen vor dem Weihnachtsfest die Baugrube ausheben und die Bodenplatte gießen kann.
    Das liegt zumeinst an den modernen Baustoffen die sich auch noch bei 5 Grad ordentlich verarbeiten lassen.
    Klar muss man trotzdem immer darauf achten dass die Baustelle ordentlich geschützt wird mithilfe von Planen etc sonst kann es dir passieren dass die wasserlöslichen/-basierten Baumaterialien ihre Eigenschaften unter Witterungseinfluss verändern.
    Und nichts ist schlimmer als Risse etc, die dann mühevoll und vor allem deutlich teurer im Frühjahr ausgebessert werden müssen.
    Eine lange Trockenphase im Frühjahr ist sowieso unabdinglich.
    Folgendes Zitat geht darauf nochmal näher ein:


    "Das größte Problem beim Hausbau im Winter ist die auf den Bau einwirkende Feuchtigkeit. Den Baumaterialien muss zur Vermeidung von Schimmel die Möglichkeit gegeben werden, vollständig zu trocknen. In Innenräumen entsteht durch das Verputzen von Wänden oder durch das Aufbringen von Estrich viel Feuchtigkeit, die nur durch sorgfältiges Lüften und Heizen entweichen kann. Sofern der Bau in dieser Bauphase noch nicht über eine Heizungsanlage verfügt, sollte zur Vermeidung von Feuchtigkeitsschäden mit elektrischen Bauheizungen geheizt werden, die nicht unerhebliche Kosten verursachen. Hat sich der Schimmelpilz bereits verbreitet, kommt nur eine aufwendige Sanierung in Betracht."
    (Quelle: https://www.hausbauberater.de/bauwissen/hausbau-winter)


    Bestenfalls ist das Haus in sich geschlossen, also alle Fenster drin oder zumindest provisorisch die Lücken geschlossen, so wie hier gut zu sehen ist:




    Ein erfahrener Bauunternehmer kalkuliert deutlich mehr Bauzeit ein als im Sommer, eben aufgrund der verlängerten Trockenphase oder plötzlich eintretender Kälteperioden.
    Ich persönlich bin daher der Meinung dass sich der Bau während der Winterzeit eher bei Fertighäusern lohnt, bei Massivhäusern hast du im Endeffekt kaum Zeiteinsparung.
    Trotzdem ist dies natürlich auch da möglich, insofern das Bauunternehmen eben genügend Erfahrung mitbringt.

    Weshalb man heutzutage auch in den Wintermonaten noch baut liegt sicher vor allem daran dass Zeit Geld ist und man ungern bis zum nächsten Frühjahr warten will mit dem Bau.
    Manche Objekte müssen schnell hochgezogen werden um sie anschliessend schnell vermieten zu können, sprich: schnell die Ausgaben wieder hineinzubekommen um genügend finanzielle Mittel für das nächste Bauprojekt zu haben.
    Last edited by Jedovnice; 14.11.2017, 14:08.

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    • #3
      steht es denn Baufirmen dann zu sich im Winter zurückzuziehen und die Baustelle bis zum Sommer "warten" zu lassen

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      • #4
        Originally posted by woodworker View Post
        steht es denn Baufirmen dann zu sich im Winter zurückzuziehen und die Baustelle bis zum Sommer "warten" zu lassen
        Natürlich nicht, schließlich haben die Baufirmen einen Vertrag mit dem Bauherren bzw. Architekten geschlossen und es liegt in aller Regel auch ein Bauzeitenplan vor. Die Gewerke müssen halt auch in der kalten Jahreszeit so planen, dass die Arbeiten termingerecht ausgeführt werden. Notfalls kommen bei sehr kalten Temperaturen eben Heizgeräte zum Einsatz, diese Kosten werden dann meist auf die einzelnen Firmen aufgeteilt. Es gibt die unterschiedlichsten Bauheizer, auf dieser Seite werden einige gängige Geräte vorgestellt: https://bautrocknerkaufen.net/typ/bauheizer

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        • #5
          Danke für die Antworten
          Heute ist der Tag um glücklich zu sein! Gestern: Schon vorbei. Morgen: Kommt erst noch.

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