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Lärm Tiefgaragenauffahrt

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  • Lärm Tiefgaragenauffahrt

    Ich wohne in einem Neubau, zwei Stockwerke über der Tiefgarageneinfahrt. Die ein- und ausfahrenden Fahrzeuge sind, vor allem im Schlafzimmer, deutlich zu hören. Und zwar wenn sie über die schräge Auffahrtsrampe fahren, die genau unter den Wohnungen liegt. Das Geräusch ist sehr störend. Meine Vermutung ist die Verbreitung über die Außenmauer (Ziegel 36cm POROTON-T9). Darüber hinaus hört man selbst Nachbarn zwei Stockwerke über mir, wenn sie z.B. Kommodentüren oder Küchenschranktüren schließen. Der Bauherr entgegnet meinen Einwänden, da könne man nichts machen. Muß ich damit leben oder kann man den Mangel gutachterisch feststellen lassen. Gibt es wirksame Lärmschutzmaßnahmen, insbesondere für die TG Auffahrt? Oder hat man mir ein paar Lärmbrücken eingebaut ?

  • #2
    Ihre Vermutung, daß sich der Schall als Körperschall über die Wände und Decken fortsetzt, ist sicher richtig. Richtig ist ganz sicher auch, daß dieser Lärm (vor allem auch noch im Schlafzimmer) sehr störend ist. In wie weit allerdings ein (Miet-)Mangel vorliegt, dieser durch den Vermieter zu vertreten ist (bzw wieder abgestellt werden kann), Lärmbrücken eingebaut wurden (meinen Sie das wirklich so "absichtlich"? Das würde einen Vorsatz bedingen!) wage ich zu bezweifeln. Sicher kann ein Gutachter diesen Zustand bestätigen (ein Gutachter hat in erster Linie einen Auftraggeber und Bezahler, und da gilt nach wie vor das gute Sprichwort "wessen Brot ich ess', dessen Lied ich sing'"). Aber wozu? Hier liegt, so ich das als außenstehender Dritter aus Ihrer Beschreibung festellen kann, ein Fehler des Architekten vor: Über einer (zwangsläufig lärmbelasteten) TGar-Ausfahrt kann man keine Schlafzimmer packen. Allenfalls Nebenräume, wie Bad oder Küche. Welchen Zwängen der Kollege aber damals unterlegen ist, nun doch die Schlafzimmer dorthin zu legen, kann ich von hier aus nicht beurteilen. Eine juristische Schuld kann ihm höchstens der Hausbesitzer nachweisen lassen (dann kriegt der ein paar hundert Euronen aus der Haftpflichtversicherung). Sie als Mieter haben diesen Zustand aber schon vor Unterzeichnung des Mietvertrages gekannt, deswegen sehe ich bei Ihnen einen ganz schwachen Stand. Nachträglich sind keine Lärmschutzmaßnahmen, oder nur mit unverhältnismäßig großem (auch finanziellen) Aufwand, jetzt mehr möglich. Auf den Gutachterkosten werden Sie sicher sitzenbleiben, da Sie nur einen recht geringen Chance auf Schadensersatz haben, insbesonders, da der Vermieter die Beeinträchtigung ja nicht leugnen. Dies ist keine Rechtsberatung, die mir nicht erlaubt ist, zu einer solchen müssen Sie einen Anwalt einschalten (der das aber auch nicht umsonst macht). Sorry!

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    • #3
      Vielen Dank für Ihre Antwort Martin. Ich muss vielleicht klarstellen, dass ich nicht Mieter dieser Wohnung sondern Eigentümer und zugleich Bewohner bin. Kann man nicht durch zusätzliche Verkleidungen an den Garagenwänden hier eine Dämpfung erreichen. Ausserdem ist die Auffahrt geplastert und nicht etwa geteert, was sicher auch zu einem höheren Lärmpegel führt. Wenn die Außenmauer der Transporteur ist, dann wäre es doch sicher sinvoll diese Aussenmauser von innen zu verkleiden. Dies ist zur Zeit nämlich nur teilweise der Fall.
      Gruß,
      Uwe

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      • #4
        Eine Verkleidung der Wände bringt sicher (irgend-)etwas, aber Sie würden es nicht merken! Das liegt an dem Problem der Schallkopplung, das auftritt, sobald sie etwas an der Wand befestigen und dieses härter als Schaumgummi ist. Lesen Sie dazu meine Antwort zu einer ähnlichen Frage "Kinoraum von innen schalldämmen" (http://www.baumarkt.de/b_markt/frage...chutzwand.htm)
        Es betrifft ein ähnliches Problem. Die restlichen Punkte haben sich aber nicht geändert: Es wird kollosal teuer (sie müßten die gesamte TGar umbauen) und die Ergebnisse werden nicht den gewünschten Effekt zeigen. Da stimmt die Relation nicht mehr. Einen neuen Belag können Sie zwar einbauen lassen (der würde noch nicht mal die Welt kosten, ca 70 Euro/m2), aber das Problem sind eher die aufheulenden Motoren und ggf das Öffenen/Schliessen des Tores als die Rollgeräusche der Reifen. Die spielen erst ab 30 km/h eine meßbare Rolle.

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        • #5
          ja, das mit der Schallkopplung habe ich verstanden. Die Torgeräusche sind mittlerweile eliminiert. Motorgeräusche sind nicht eindeutig als solche identifizierbar. Man hört eher die Pflastersteine, aber das ist natürlich subjektiv, wie vieles was mit dem Thema zu tun hat. Die Auffahrt ist auch sehr hoch, vielleicht hat man Echo Effekte. Da könnte man doch versuchen den Schall zu brechen, oder? Wäre es möglich, dass durch einen Baumangel eine oder mehrere Lärmkopplungen enstanden sind? Das würde auch andere Geräusche erklären, die ich bisher in keiner Wohnung in einem Mehrfamilienhaus erlebt habe. Kann man das irgendwie durch Messungen objektivieren. Ich habe nämlich Angst, dass man mich langsam als hysterisch bezeichnet. Vielleicht können Sie mir einen Tipp geben an wen man sich da wenden kann. Vielen Dank bis dahin. P.S: meine direkten Nachbarn habe ich bereits befragt, die können die Lärmemissionen der TG nicht bestätigen, da macht die Sache nicht einfacher für mich und zeigt die Notwendigkeit der Objektivierung.

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          • #6
            "Man hört eher die Pflastersteine, aber das ist natürlich subjektiv, wie vieles was mit dem Thema zu tun hat."
            Wenn man die Pflastersteine hört, dann höchstens als Klackern. Das heißt, daß die Fugen nicht mehr ausreichens mit Sand gefüllt sind und unbedingt nachgesandet werden müssen, da die Steine sich bereits gegenseitig zermahlen. Wenn die Steine fest sind, können Sie nicht die Steine hören, sondern nur das Rollgeräusch der Reifen (ein ganz leichtes schmatzendes Nageln). Dieses kann man nicht einfach beheben. Mit einer bestimmten Verlegetechnik kann es minimiert werden. Ob es bei Ihnen vorliegt, können Sie jeden Straßenbauer/Garten- und Landschaftsbauer etc fragen.
            "Die Auffahrt ist auch sehr hoch, vielleicht hat man Echo Effekte. Da könnte man doch versuchen den Schall zu brechen, oder?" Echoeffekte treten immer dann auf, wenn der Schall auf geschlossene glatten Flächen fällt und dort nach dem Spiegelgrundsatz (Einfallswinkel=Ausfallswinkel) wieder zurückgeworfen wird. Dieses kann gebrochen werden mit einer Auflösung der geschlossenen Oberfläche von Wänden (Beispiel Vorwandmontage von Jägerzaunelementen aus Holz auf der Emissionsseite etc). "Wäre es möglich, dass durch einen Baumangel eine oder mehrere Lärmkopplungen enstanden sind?... Kann man das irgendwie durch Messungen objektivieren." Natürlich kann man das Messen, man kann das ganze aber auch rechnerisch (und das ist sicher besser als eine empirische Messung, die lauter ungelöste Faktoren und Parameter besitzt) überprüfen. Wenden Sie sich an ein entsprechendes Ingenieurbüro, das sich auf schalltechnische Gutachten spezialisiert hat (via gelbe Seiten, oder über die bei Ihnen zuständige Ingenieurkammer. Deren Adresse sagt Ihnen jedes Ingenieurbüro, gleich welcher Fakultät, in der Nähe). Aber ich warne Sie: die Sache kostet dann mit Sicherheit mindestens einen mittleren 4stelligen Betrag, wenn es Hand und Fuß haben soll. Dann haben Sie erst die theoretischen Grundlagen und noch keine tatsächliche Lösung Ihres Problems! "Ich habe nämlich Angst, dass man mich langsam als hysterisch bezeichnet." Ich habe (entschuldigen Sie bitte die Direktheit) die Erfahrung gemacht, daß mit autogenem Training und dem Erlernen einer gewissen "Gelassenheit" solche Probleme recht einfach gelöst werden können. Solange man sich nämlich auf das "Problem" und seine Anwesenheit regelrecht konzentriert, wirken die Probleme unüberwindbar. Wenn sie einmal aus dem Bewußtseinskreis ausgeschieden wurden, sind sie oft nur noch ProblemCHEN. So auch bei Kinderspielplätzen, Freibädern, Durchgangsverkehr mit Motorrädern, Eisenbahnlinien etc.! "meine direkten Nachbarn habe ich bereits befragt, die können die Lärmemissionen der TG nicht bestätigen": das meinte ich!

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