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Balken "schwitzen" unter Dampfbremsfolie

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  • Balken "schwitzen" unter Dampfbremsfolie

    Hallo,

    unsere Zimmerdecke (zwischen 1. Stock und Dachboden)besteht aus Holzbalken, an deren Unterseite Heraklitplatten bzw. eine Holzdecke montiert sind. Vor einer Isolierung durch Dämmatten wurde mir geraten, eine Dampfbremsfolie einzubringen. Nun stelle ich fest, daß sich unter der Dampfbremsfolie Feuchtigkeit sammelt (trotz regelmäßiger Belüftung der darunter liegenden Räume). Um Feuchtigkeitsschäden zu vermeiden überlege ich schon, die Dampfbremsfolie wieder zu entfernen. Gibt es dazu Alternativen ???

  • #2
    Folgender Beitrag dürfte für Sie interessant sein: http://www.baumarkt.de/nxs/8716///ba...hier-die-Frage

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    • #3
      Hallo Wolfgang,
      Eine Dampfbremsfolie bringt man nicht mal eben so ein weil Irgendjemand einem dazu rät, dazu bedarf es viel mehr. Zum einen ist es das Verständnis für die Sache und zum anderen eine akkurate Ausführung der Montage unter Berücksichtigung Bauphysikalischer Gesetze. Letztere, da nicht berücksichtigt, schlagen sich nun Buchstäblich in Form von Kondensation an Deiner Dampfbremsfolie nieder. Das ganze nennt man dann Taupunkt, dieser liegt Dir ja nun als probates Anschauungsobjekt vor, sei froh das Du es jetzt bemerkt hast. Entweder Folie Fach- und Sachgerecht einbringen oder sofort wieder raus damit.
      Gruß Jörg

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      • #4
        Mitunter wird in der modernen Bauphysik aber auch hingenommen, dass sich über Winter Feuchtigkeit unter der Folie sammelt, die dann über Sommer wieder austrocknen kann. Dazu sind aber spezielle Dampfbremsen und ein Wissen über die Materie notwendig. Ob beides vorhanden ist, kann ich nicht beurteilen.

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        • #5
          Was Oliver meint ist bedingt richtig. Man geht davon aus, dass der unbedenkliche winterliche Anfall von Kondenswasser im Dach einem großen Potential einer Austrocknung im Sommer gegenübersteht. Im Vergleich zur herkömmlichen Dampfbremse mit gleicher Sperrwirkung im Winter ist die sommerliche Austrocknung bei Einsatz der feuchteadaptiven Dampfbremse mindestens zehnmal größer.
          Eine Dampfbremse soll dass eindringen von feuchtwarmer Luft in die Dachkonstruktion verhindern, damit sie dort nicht als Tauwasser ausfallen kann. Dieses funktioniert aber nur in Verbindung mit einer ordentlich ausgeführten Wärmedämmung. Damit aber an der Unterseite (also Raumseitig) der Dampfbremse KEIN Wasser in TROPFBARER Form ausfällt, muss diese Unterseite warm gehalten werden. Kritisch wird's wenn innen +20°C / 55% relative Luftfeuchte, außen -10°C / 80% relative Luftfeuchte herrschen und dann die Oberflächentemperatur unter die Marke von 12°C sinkt. Sind Dampfsperrfolien dann auch noch falsch geplant und ausgeführt sind z.T.extreme Schimmelbildungen die Folge. Bei richtig geplanten und fachgerecht ausgeführten Aufbauten ist das sogenannte "Barackenklima" nicht zu befürchten. Wichtig dabei ist ausreichendes und vernünftiges Lüften! Regelmäßiges Stoßlüften (am besten in Verbindung mit gleichzeitiger Querlüftung) führt dabei mehr Luftfeuchtigkeit ab als durch die Konstruktion diffundiert. Die Gefahr das sich diese Luftfeuchte an anderen kalten Stellen des Raumes (Kniestock Giebelwand) niederschlägt wird dadurch ebenfalls dezimiert .
          Wie schon desöfteren hier erwähnt, kontaktiere einen kostengünstigen (staatlich subventionierten) Energieberater (http://www.verbraucherzentrale-energieberatung.de/web/) der Deine Konstruktion überprüft, dann bist Du auf dem richtigen Weg.
          Gruß Jörg

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          • #6
            @Jörg: Das Problem, das Du beschreibst (drinnen warm, draußen kalt), dreht sich im Sommer aber um. Dann ist es auf dem Dach 70 Grad und im Dachgeschoss wenn man Glück hat nur 25 Grad. Dann wandert die Feuchtigkeit nach draußen, wenn man sie lässt. Die Dachkonstruktion muss also auch nach außen hin diffusionsoffen sein. Zudem solltest Du bei der Verwendung der Begriffe "Dampfbremse" und "Dampfsperre" vorsichtig sein. Einmal schreibst Du von Dampfbremse, kurze Zeit später wird daraus eine Dampfsperre - das sind aber zwei Paar Schuhe.

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            • #7
              @Jörn, Grüß Dich, nicht das Problem was ich beschreibe, sondern das was Wolfgang beschreibt und der redet vom jetzt und nicht vom Sommer. Prinzipiell gebe ich Dir ansonsten recht. Die Dachkonstruktion (belüftetes oder unbelüftetes Dach) spielt dabei unbestritten ebenfalls eine grosse Rolle und muss in die isolationstechnische Planung auf jeden Fall mit aufgenommen werden, ist aber nicht das Problem was Wolfgang hier beschreibt.
              Ansonsten spreche ich hier von einer Dampfbremse und na klar nicht von einer Dampfsperre (letztere ist wiederum von der Dachkonstruktion abhängig), sorry, den Fehler möge man mir verzeihen, danke Dir für den Hinweis.
              Man merkt aber schon das es ein sehr komplexes Thema ist und bereits auch andere Foren mehr als gefüllt hat. Es lässt sich endlos darüber lamentieren und diskutieren. Eine Meinung darüber sollte sich jedoch jeder (nach ausreichender Information) selber bilden. Ansonsten ist ein Fachmann vor Ort durch nichts zu ersetzen.
              Gruß Jörg

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              • #8
                Hallo,

                erstmal vielen Dank an Doris, Jörg und Oliver für die vielen Infos und Tips. Ich sehe schon, daß das Problem sehr komplex, und wie Oliver schon sagt, "Wissen über die Materie" notwendig ist. Ich werde mich noch heute mit der Verbraucherzentrale in Verbindung setzen.

                Viele Grüße und nochmals vielen Dank

                Wolfgang

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