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Ergänzungsfragen zu Sanierungsmaßnahmen an einem Haus, Baujahr 1893

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  • Ergänzungsfragen zu Sanierungsmaßnahmen an einem Haus, Baujahr 1893

    Hallo Martin,
    erst Mal vielen Dank für Ihre prompte Antwort.

    Können Sie uns sagen, wie sich feststellen läßt, ob es sich um Grundwasser oder Schichtenwasser handelt?

    Wie läßt sich feststellen, ob die Nässe auch von innen an der Mauer anliegt?

    Sollten wir den "Kellerraum" aufschütten, bis zur Oberkante der Grundmauer, da ja die Grundmauer in diesem Raum freigegraben wurde oder kann das so bleiben? Das Wasser bzw. die Nässe geht bis zur Grundmauer, über der Horizontalsperre ist alles trocken.

    Beí dem Brunnen handelt es sich um einen bewirtschafteten Gartenbrunnen. (bewirtschaftet in dem Sinne, dass wir mittels einer Tauchpumpe das Wasser zum Gartengießen benutzen). Der Brunnen besteht aus aufeinandergesetzten Betonringen (Durchmesser ca. 120 cm) und ist ca. 2,50 m tief. Im Sommer hat er so gut wie kein Wasser.
    Die Außenseite der Brunnenringe liegt am Fundament der Schuppenmauer an (bündig).



    Im Haus selbst haben wir stellenweise Probleme mit aufsteigender Nässe, 2 Stellen an der Außenmauer (im Wohnzimmer), 2 Stellen an einer Innenmauer (trennt Küche vom Wohnzimmer). Der alte Putz wurde entfernt und Sanierputz aufgebracht. Was kann hier noch getan werden?
    War es richtig, dass wir den schadhaften (lockeren und mit Salzen behafteten) Putz bis ca. 30 cm über diesem Bereich abgeschlagen haben oder hätten wir den kompletten Putz entfernen sollen?
    Danach haben wir nach ca. 1monatiger Wartezeit die Ziegel mit Saniertiefengrund eingestrichen und Sanierputz aufgetragen.

    In der Küche sind jetzt 5 Jahre nachdem wir dort den Sanierputz aufgebracht haben bereits wieder Verfärbungen im Fußbodenbereich bis in ca. 40 cm Höhe aufgetreten. Nachdem ich den Putz in diesem Bereich entfernte, konnte ich feststellen, dass die Ziegel naß sind.

    Die Außenmauer des Hauses wurde vor 8 Jahren mit einer hinterlüfteten Fassade versehen. Vor 6 Jahren wurden im ganzen Haus Kunststoff-Fenster eingebaut.

  • #2
    Bleiben Sie bei Zusatzfragen bitte im "alten" Thread. So bleibts ein wenig übersichtlicher. Sie können weitere Beiträge dort unterbringen, indem Sie auf Ihren ersten Beitrag "antworten". Zu Ihren Fragen. "Grundwasser/Schichtenwasser": Der GRundwasserspiegel ist in der näheren Umgebung imer gleich hoch (also auch zum Beispiel im Brunnen) im Gegensatz zum Schichtenwasser (das in eine Richtung abfällt, oder an anderen Stellen wesentlich anders liegt). Schichtenwasser bildet sich, wenn Wasser auf einer wasserundurchlässigen Schicht (zum Beispiel einer Lehmlinse) im Boden einen Hang "hinuntergleitet". Ob eine solche Schicht vorliegt kann sicher nur durch ein geologisches Gutachten beurteilt werden (dazu werden Probebohrungen bis in ca 3 Meter Tiefe gemacht und die Bodenverhältnisse dokumentiert). Aber sprechen Sie mal vorher mit "alten" Nachbarn! Die können Ihnen ganz sicher etwas erzählen über die Boden- und Wasserverhältnisse (die haben gebaut, die haben Hochwasser miterlebt, die kennen die Hangverhältnisse, weil sie zum Beispiel Stützmauern etc selbst gebaut haben oder Dammrutschungen erlebten). Wenn es sich nur um Hangwasser handelt, kann es sein, daß unterhalb des Gebäudes der Wasserspiegel tiefer liegt (Mauer freilegen, Wasser außen auspumpen, Mauer durchboren und schauen, ob Wasser durchs Loch hinaustropft, ggf ein Loch 20x20 aufstemmen und Feuchtigkeit nachmessen). "Keller": Ich würde sagen: Lassens Sie den Keller offen, so habens Sie eine Kontrollmöglichkeit über Wassereinbruch und können (wie in den alten Segelschiffen) eindringendes Wasser "bilgen" (auspumpen). Aber man sollte nach Möglichkeit die Grundmauern trockenlegen (dazu muß man aber die Örtlichkeit kennen!). Es kann aber auch Probleme machen (weil das Mauerwerk dann austrocknet und reißen kann). Wichtig ist aber, daß es kein aufsteigendes Wasser im Mauerwerk mehr gibt! Deswegen muß die Horizontalsperre lückenlos funktionieren. Ferner darf kein Wasser am Boden anstehen (sonst bekommens Sie immer Ausblühungen in der Küche). Der BRunnen macht mir ein wenig Kopfzerbrechen: Warum ist dort im Sommer kein Wasser in 2,5m Tiefe? Das würde für Schichtenwasser sprechen. Ferner ist er zu nahe am Haus (zwischen Haus und Brunnen kann man so keine Wassersperre einbauen). Wer hat den Brunnen gesetzt? Beim alten Putz sprechens Sie von "mit Salzen behaftet": woher kommen die? Ist es eine Trennwand zu einem ehemaligen Stall? Was für Salze? Salpeter? Bevor man jetzt mit Sanierputzen weiter machen, sollte erst mal das Problem "Wasser" beseitigt werden, sonst klopft man später alles wieder ab, was Sie nun ranmachen! Noch eine Frage: Steht das Haus unter Denkmalschutz?

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    • #3
      Der Brunnen liegt nicht am Haus an, sondern in etwa 5 Metern Entfernung am separat stehenden Schuppen. Die Örtlichkeit ist folgendermaßen: Zwischen Haus und Schuppen sind etwa 6,5 Meter Abstand. Hinter dem Schuppen steigt der Hang mit einer Steigung von ungefähr 0,25 bis 0,5 Meter auf 1 Meter an. Die Wiese hinter dem Schuppen ist schön trocken. Aber beim daneben liegenden Grundstück ist die gesamte Wiese in der Hanglage so naß, dass man beim darüberlaufen einsinkt. Dieses Grundstück ist nicht bebaut. Auf der anderen Seite haben die Nachbarn letztes Jahr Drainage ums Haus und auf dem Grundstück gelegt. Dieses Haus ist auf derselben Höhe, wie unser Haus. Der Boden um dieses Haus war ebenfalls durchnässt. Unser Haus liegt am Fusse des Hanges auf der Ebene, Hanglage hat nur der Schuppen ( ca. Länge: 7,20 Meter, Breite: 6,40 Meter)

      Wir haben oberhalb des Schuppens in den Hang eine ca. 2 Meter tiefe Probeschürfung vorgenommen. Hierbei haben wir festgestellt, dass das Erdreich zum Großteil aus Sand besteht und ein geringer Lehmanteil vorhanden ist, aber es ist alles vollkommen trocken gewesen, es kam kein Wasser, auch nach Monaten nicht.

      Auf der Vorderseite unseres Hauses verläuft in 2 Metern Abstand die Straße. Diese soll erneuert und eine Kanalisation verlegt werden, weshalb die Gemeinde alle 50 Meter eine Probebohrung unternehmen will, um den Baugrund zu untersuchen.

      Auf der anderen Seite der Straße fließt in ca. 40 Metern Entfernung ein größerer Bach. Die Wasseroberfläche des Baches dürfte ca. 1,50m - 2 Meter tiefer liegen als die Erdoberfläche an unserem Haus.

      Als ich an der Hauswand das Loch gegraben hatte, versuchte ich unter die Grundmauer zu kommen. Dies gelang mir leider nicht, da ich, wie bereits erwähnt, auf Wasser gestoßen bin. Ich habe dann noch so gut es ging weitergegraben und dann das Wasser abgeschöpft. An dieser Stelle sprudelte dann das Wasser regelrecht zwischen den Granitsteinen heraus. Der Wasserstand in dem Loch pegelte sich bei ca. 40cm- 50 cm unter der Erdoberfläche ein.

      Der Brunnen mit den ersten 2 Ringen war bereits vorhanden, muß also um 1900 herum angelegt worden sein, später ca. 1952 wurden 3 weitere Brunnenringe aufgesetzt. Ebenfalls 1953 wurde der Schuppen gebaut. Der Schuppen besitzt unter den Grundmauern eine Gründung von ca. 80 cm, innen besteht gar keine Gründung, da wurden entweder Pflastersteine in den Boden gelegt bzw. der Estrich direkt aufgebracht.Die Gründung an der Vorderseite des Schuppens schließt direkt an die Brunnenringe an.

      Das Haus steht nicht unter Denkmalschutz. Der Bauherr damals war ein Architekt. Früher war direkt am Haus ein Stall angebaut. Das was früher der Stall war wurde dann irgendwann vor ca. 40 Jahren zu einem einstöckigen Anbau ausgebaut, in dem sich nun die Toiletten befinden. Der andere Teil war früher eine kleine Waschküche, daraus wurden Bad und Waschküche. Der Kellerraum war schon immer vorhanden wurde aber ca. in den 80-er Jahren tiefer ausgegraben (bis unter die Grundmauern) und mit Estrich und Fliesen versehen. Die Wände bis zur Grundmauer sind nass und die Nässe drückt teilweise aus den Grundmauern und Fliesen heraus. Ein vorhandenes Wasserloch wird durch die Pumpe immer wieder entleert.

      Der Boden im gesamten Umkreis ist mit Lehmschichten durchsetzt.

      Woher die Salze beim alten Putz kommen wissen wir nicht, aber wahrscheinlich durch die Feuchtigkeit, die in den Ziegelwänden auch denen der Innenmauern existiert. Die Ziegel sind unterhalb der Horizontalsperre nass, ca. 1 - 2 Lagen, an 2 oder 3 Stellen der Innenmauern. Bei einer anderen nassen Stelle an der Innenmauer (Küche), wo der Putz ebenfalls mit Salzen versehen war stand früher ein Schornstein, der von uns weggerissen wurde vor ca. 4 Jahren beim Einbau einer Gasheizung. Komisch war, dass als wir den Estrich in diesem Raum erneuerten alles total trocken war, keinerlei Feuchte im Erdreich. An der anderen Seite der Innenwand, dem Wohnraum, sind allerdings bis auf eine Höhe von ca. 80 cm Styroporplatten angebracht und mit einer Holzverkleidung versehen worden. Vielleicht liegt darin auch der Grund, kann das sein???

      In einer Außenwand (ebenfalls Wohnzimmer) steigt ebenfalls Feuchte auf, der Grund ist unbekannt. Da wurden auch in der Außenwand Steckdosen etc. eingebracht mit Gips, der regelrecht aufquoll, den haben wir jetzt heraus geschlagen

      Wie wir erfahren konnten, gab es in der Nähe ein Ziegelwerk, das zu der Zeit geschlossen wurde als der Anbau (kann aber eben nur die Nässe dort betreffen) entstanden ist. Der Grund für die Schließung des Ziegelwerkes war der Salpetergehalt in den Ziegelsteinen.
      Ob solche Ziegel verwendet wurden können wir nicht sagen. Die Wahrscheinlichkeit ist gering. Wie kann man denn erkennen, ob ein Ziegel Salpeter enthält?

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      • #4
        Hier liegt wohl der Fall vor, daß sich jemand den Architekten und/oder den Fachmann für Bautenschutz sparen will und eine nicht einfache Sanierung anderen Usern übertragen möchte. Ich halte das für ein wenig zuviel, lieber Thomas. De facto kann man Dir keinen allseits richtigen Rat geben, ohne die Situation vor Ort gesehen und geprüft und ev. Unterlagen der Gemeinde bzw. des zuständigen Wasserwerks/Gewässerverbandes eingesehen zu haben. Ich meine, Du solltest Dich vor Ort an entsprechende Fachleute wenden. Eine Operation kann man auch nicht in Eigenleistung vornehmen, indem man sich über Internet beraten läßt.

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        • #5
          Sie sprechen von eine Bach, dessen Wasserspeigellage unter dem Ihrer Schürfung liegt. Sie sprechen von Lehmlagen im Boden, Sie sprechen von einem Ziegelwerk (die benötigen Ton/Lehm), das deutet alles darauf hin, daß es sich nicht um Grundwasser handelt, sondern um Schichtenwasser, das den Hang hinunterdiffundiert. Wenn es sich tatsächlich um Schichtenwasser aus dem Hang handelt (und so scheint es, aber ich kann es natürlich von hier nicht garantieren!), so haben Sie ganz gute Karten, das Ganze in Griff zu kriegen. Mein dringender Rat: holen Sie sich einen Fachmann vor Ort (der sich alles anschauen kann), der sich das Ergebnis der Bodenuntersuchungen anschauen kann, der mit der Gemeinde spricht, welche Sicherungsmaßnahmen ergriffen werden, wenn die Kanalisation erneuert wird und der dann mit Ihnen zusammen (denn Sie müssen das Ganze ja zahlen) einen Sanierungsplan aufstellt und die Handwerker (hier können Sie, so scheint es mir immer mehr, nicht mehr viel selbst machen!) anleitet und überwacht. Bitte haben Sie Verständnis dafür, daß ich von hier aus keine genaueren Informationen und Vorgehensweisen anbieten kann. So gut Ihre Beschreibungen sind, für einen Menschen, der die Örtlichkeit nicht kennt, ist es sehr schwer die Zusammenhänge zu erkennen und die richtigen Schlüsse zu ziehen. Es tut mir leid!

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